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Interview mit

Christoph Falter, M.Sc.

Alternative Kraftstoffe, Energietechnologien und Antriebssysteme

Solare Kraftstoffe können einen massgeblichen Beitrag zur Senkung der Emissionen der Luftfahrt leisten.
Christoph Falter, M.Sc.

Christoph Falter ist seit Januar 2011 am Bauhaus Luftfahrt tätig. Der 32-jährige Maschinenbauingenieur ist Mitarbeiter im Forschungsschwerpunkt „Alternative Kraftstoffe“ und Experte auf dem Gebiet der Potenziale solarer Kraftstoffe.

Woran forschen Sie gerade, Herr Falter?

Ich beschäftige mich derzeit mit der Simulation generischer Reaktoren für die solarthermochemische Kraftstoffherstellung. Auf diesem Gebiet gibt es momentan viele verschiedene und vielversprechende Ansätze zur Erreichung höherer Wirkungsgrade. Mit meiner Arbeit trage ich zur Bewertung dieser Ansätze bei und versuche, die besten Konzepte im Voraus zu erkennen. Außerdem erstelle ich eine Ökobilanz des Herstellungsprozesses und errechne die Produktionskosten des Kraftstoffes.

Welche Relevanz hat Ihre Arbeit für die Zukunft der Luftfahrt?

Die Herstellung solarer Kraftstoffe verspricht, zur Lösung eines wichtigen Problems der Luftfahrt beizutragen, nämlich das der nachhaltigen Kraftstoffversorgung. Sollen die selbst gesteckten Ziele der Reduktion von Treibhausgasen umgesetzt werden, müssen neben technischen Verbesserungen des Flugzeuges selbst auch signifikante Verbesserungen der Kraftstoffe erreicht werden. Solare Kraftstoffe können hier einen maßgeblichen Beitrag zur Senkung der Emissionen leisten.

Welche Methoden beziehungsweise Werkzeuge wenden Sie an?

Ich entwickle thermodynamische Modelle der thermochemischen Reaktoren, um deren Wirkungsgrad abschätzen zu können. Dazu beschreibe ich die Systeme mathematisch und löse die Gleichungssysteme in einer dynamischen Simulation mithilfe spezialisierter Software. Für die ökonomische und ökologische Beschreibung des Kraftstoffherstellungsprozesses kommen dafür entwickelte Methoden mit der dazugehörigen Software zum Einsatz.

Was sind die Ergebnisse Ihrer Arbeit?

Ich konnte zeigen, dass die Wärmerückgewinnung ein Wirkungsgradpotenzial von etwa 80 % besitzt und dass Wärmetauscher ein essentieller Bestandteil zukünftiger Reaktoren sein werden. Für eine nachhaltige Kraftstoffherstellung ist eine erneuerbare Quelle sowohl für CO2 als auch für den benötigten Strom erforderlich. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann ein Kraftstoff mit in der Summe sehr niedrigen CO2-Emissionen produziert werden.

Inwiefern bietet das Bauhaus Luftfahrt das beste Umfeld für Ihre Forschungen?

Da meine Forschungen an der Grenze zwischen ingenieurtechnischen, chemischen und physikalischen Themen liegen, profitiere ich von der interdisziplinären Ausrichtung des Bauhaus Luftfahrt. Bei uns arbeiten unter anderem Chemiker, Physiker, Materialwissenschaftler und Ingenieure, die mir mit ihrer Expertise auf vielen verschiedenen Gebieten Anregungen für meine Forschungen geben können.