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Nahtlose Daten- und Modellintegration im Flugzeugentwurf

Der Flugzeugvorentwurfsprozess vereint typischerweise eine Reihe von Softwarewerkzeugen verschiedener Fachbereiche. Ein konsistenter, semantisch korrekter Datenaustausch zwischen diesen Werkzeugen ist für die Ingenieure von großer Bedeutung.

Das am Bauhaus Luftfahrt entwickelte OIDA Framework (Ontology-based integration of data models for aeronautics) realisiert semantisches Tagging für strukturierte Modelldaten. Dabei werden lokale Modellparameter mit Entitäten einer Referenz-ontologie verknüpft. Sind Parameter verschiedener Modelle der gleichen Entität zugeordnet, so können diese als bedeutungsgleich angesehen und ausgetauscht werden.

Im Nachfolgeprojekt „SYMO4PD“1 (System model forpreliminary design) wird OIDA mit einem speziell entwickelten Metamodell verknüpft. Dieses besteht aus wenigen flexibel einsetzbaren Elementen. Mit dem Tagging-Mechanismus werden diese Modellelemente mit Bedeutung aus lokalen, geteilten oder öffentlichen Ontologien angereichert. Das Metamodell kann flexibel von allen Domänenexperten eingesetzt werden, während Ontologien als gemeinsame Wissensbasis für den Datenaustausch dienen.

Ein weiterer Fokus im Projekt liegt auf dem Verknüpfungsprozess, der für den korrekten Datenaustausch entscheidend ist. Durch ein Vorschlagssystem soll der Experte mit relevanter Kontextinformation versorgt werden, um korrekte Zuordnungen erstellen zu können.

Die Ergebnisse aus dem „SYMO4PD“-Projekt sollen im LuFo-Projekt „EFFPRO_4.0“2 aufgegriffen werden, um strukturierte Daten (zum Beispiel Modelle von Flugzeugkomponenten) mit unstrukturierten Daten (zum Beispiel Textdokumenten) zu verknüpfen.

 

1Das Projekt „Normierung eines Datenformats und einer Referenzontologie für die semantische Interoperabilität in modellgetriebenen Entwurfsprozessen“ wird durch das BMWi gefördert (Fördervertragsnummer 01FS14026).
2Das Projekt „Integration und Analyse von Entwurfs- und Produktionsdaten für eine effizientere Entwicklungsprozesskette“ wird durch das LuFo-Programm LUFOV2 gefördert (Fördervertragsnummer 20Y1509E).

  • Schematische Darstellung des Tagging-Mechanismus in „SYMO4PD“: Modellelemente werden in einer (durch die Javafunktion „Observes“) synchronisierten Modellontologie abgebildet und darin mit Begriffen aus der Referenzontologie verknüpft.Schematische Darstellung des Tagging-Mechanismus in „SYMO4PD“: Modellelemente werden in einer (durch die Javafunktion „Observes“) synchronisierten Modellontologie abgebildet und darin mit Begriffen aus der Referenzontologie verknüpft.
  • Ontologie-Include-Struktur in „SYMO4PD“: Benutzer können in „SYMO4PD“ entscheiden, ob sie ihr Wissen lokal ablegen, teilen oder öffentlich zugänglich machen.Ontologie-Include-Struktur in „SYMO4PD“: Benutzer können in „SYMO4PD“ entscheiden, ob sie ihr Wissen lokal ablegen, teilen oder öffentlich zugänglich machen.