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HyFlexFuel erzeugt aus Klärschlamm und weiteren Biomassen Kerosin durch hydrothermale Verflüssigung

Im EU-Forschungsprojekt HyFlexFuel ist es gelungen, Biorohöle durch eine hydrothermale Verflüssigung (Hydrothermal Liquefaction – HTL) aus verschiedenen Biomassen zu erzeugen, darunter Klärschlamm, Lebensmittelabfälle, Gülle, Weizen- und Maisstroh, Sägespänen, Miscanthus und Mikro-Algen. Die hydrothermale Verflüssigung fand dabei in einer kontinuierlich betriebenen Pilotanlage an der Universität Aarhus (Dänemark) statt. Laut Patrick Biller, Leiter der Versuchsanlage, „war es ein wichtiger Meilenstein im HyFlexFuel Projekt die Produktion von mehreren Hundert Kilogramm Biorohöl aus so unterschiedlichen Arten von Biomasse zu demonstrieren“.

Drei Biorohöle aus repräsentativen Biomassen – Spirulina (Mikroalge), Klärschlamm und Weizenstroh – wurden anschließend an der Universität Aalborg (Dänemark) zu flüssigen Kraftstoffen aufbereitet. „Die Expertise verschiedener HyFlexFuel Projektpartner machte es möglich, die Biorohöle unter industrienahen Bedingungen zu Kraftstoffen aufzubereiten,“ so Daniele Castello von der Aalborg Universität, „und das kontinuierlich über hunderte von Stunden“. Die Analysen der Kerosinanteile des aufbereiteten Kraftstoffgemischs zeigten, dass die chemische Zusammensetzung für eine Nutzung als Flugzeugkraftstoff geeignet ist.

„Die Erzeugung flüssiger Kraftstoffe aus drei verschiedenen Biomassearten belegt die Flexibilität des HTL-Prozesses“, bestätigt Projektkoordinator Valentin Batteiger von Bauhaus Luftfahrt (Deutschland). „Wegen der strikten Spezifikationen zeigt die Erzeugung von Turbinenkraftstoffe für die Luftfahrt, dass sich mit dem HTL Prozess tatsächlich hochwertige Kraftstoffe aus unterschiedlichen Abfall- und Reststoffen herstellen lassen.“

HTL als Schlüsseltechnologie für die Biokraftstoff-Produktion

Für die Energiewende im Verkehrssektor werden große Mengen erneuerbarer Kraftstoffe benötigt. Bisher werden Biodiesel und Biokerosine hauptsächlich aus Pflanzenölen gewonnen. Allerdings beschränkt die Erneuerbare Energien Direktive der EU (RED) die Beimischung von Biokraftstoffen, die aus Nahrungs- oder Futtermittelpflanzen gewonnen werden, da diese den Nachhaltigkeitskriterien nicht entsprechen, wenn sie in großen Mengen produziert werden. Für die Zukunft ist es wichtig, neue Produktionstechnologien für die Biokraftstofferzeugung zur Marktreife zu führen, die eine breite Palette nachhaltiger Rohstoffe umwandeln können.

Lesen Sie hier die vollständige Pressemitteilung.

HyFlexFuel Pilot Plant

Pilotanlage zur kontinuierlichen HTL-Konvertierung verschiedener Biomassen. Copyright: Universität Aarhus.
22. Juni 2021