Elektroflugzeuge auf der Kurzstrecke könnten regionale Luftmobilität (RAM) ermöglichen, indem sie Punkt-zu-Punkt-Reisen über Regionalflughäfen anbieten, effizientere Tür-zu-Tür-Reisen ermöglichen und gleichzeitig die Umweltauswirkungen reduzieren.
Mithilfe eines agentenbasierten Nachfragemodells, das auf einer 5 %-Stichprobe der deutschen Bevölkerung basiert, haben wir die Nachfrage nach 19-sitzigen hybridelektrischen Flugzeugen in Deutschland und den Nachbarländern untersucht. Im Vergleich zu Auto, Bahn, Fernbus und konventionellem Flugverkehr auf einer Tür-zu-Tür-Basis, wobei das Netzwerk 235 Flughäfen oder -plätze umfasst, bietet RAM folgende durchschnittliche Zeitersparnis: ~48 Minuten gegenüber dem schnellsten verfügbaren Verkehrsmittel auf 25 % der Strecken, ~1,2 Stunden gegenüber den derzeit gewählten Verkehrsmitteln auf 35 % der Strecken. Die größten Vorteile sind auf Strecken über 400 km zu verzeichnen.
Geht man von einer CO2-eq-Reduktion von bis zu 80 % im Vergleich zu konventionellen Flugzeugen bis 2050 aus und von Ticketpreisen, die mit denen der ersten Klasse der Bahn in Deutschland vergleichbar sind, ist eine frühe Akzeptanz vor allem bei Geschäftsreisenden und Reisenden mit höherem Einkommen wahrscheinlich. Das gilt insbesondere bei Strecken über 400 km und bei Reisen aus Vorstädten und ländlichen Gebieten. RAM kann auch den allgemeinen Reisekomfort mäßig verbessern, vor allem für Reisende mit hohem Einkommen und Geschäftsreisende sowie für Reisen über längere Distanzen. Das gilt in ähnlicher Weise für Strecken mit städtischem und nichtstädtischem Ursprung.
Reisezeitersparnis durch RAM
Im Vergleich zum schnellsten Modus bietet Regional Air Mobility auf Strecken unter 400 km wenig bis keinen Zeitvorteil. Bei längeren Strecken nimmt die Zeitersparnis zu, und die Benchmark für den gewählten Modus bringt die deutlichsten Vorteile.
Räumliche Verteilung der RAM-Reisen in Deutschland (Gesamtanteil 10 %)
Bei Reisen bis 950 km innerhalb Europas, die von Deutschland ausgehen, erreicht RAM seinen höchsten Anteil in Bremen (14 %), gefolgt vom Saarland (13 %) und Mecklenburg-Vorpommern (12 %), während Hamburg und Berlin die niedrigsten Anteile verzeichnen (8 %).
Die Entwicklung der Forschungsmethode wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter dem Förderkennzeichen 20M2252B unterstützt.