Die Umweltleistung stellt einen zentralen Treiber für den Einsatz batterieelektrischer RAM dar, die konventionelle Kurzstreckenflüge und potenziell auch den Hochgeschwindigkeitsverkehr auf der Schiene übertreffen kann. 

Um die wichtigsten Enabler – von Flugzeugkonzepten und Betriebsstrategien bis hin zur Flughafeninfrastruktur – zu identifizieren, wurden im Projekt BERTL eine Lebenszyklusanalyse (LCA) eines repräsentativen Flugzeugkonzepts mit Ergebnissen aus 16 gemeinsam mit Vaeridion durchgeführten Interviews mit überwiegend deutschen Regionalflughäfen verknüpft.

Beide Perspektiven zeigen, dass die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien an Flughäfen und deren Entwicklung zu nachhaltigen Energiezentren entscheidend für die volle Ausschöpfung des gesamten ökoeffizienten Potenzials batteriebetriebener RAM sind.
Die LCA zeigt, dass die Nutzungsphase die Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen dominiert (vgl. Abb. 1), wodurch der Energiebedarf während des Fluges und die Kohlenstoffintensität des Stroms für das Laden der Batterien entscheidend sind. Sie zeigt einen Zielkonflikt zwischen schnellerer Reise und höherem Energieverbrauch auf und belegt gleichzeitig, dass operative Hebel – insbesondere hohe Auslastungsfaktoren – in Verbindung mit Verbesserungen der Flugzeugeffizienz die Emissionen pro Passagierkilometer reduzieren (vgl. Abb. 2). Das Laden der Flugzeuge am Flughafen mit 100 % erneuerbarem Strom bietet den größten Hebel: Es senkt die Emissionen pro Passagier*in um bis zu einen Faktor 7 und ermöglicht es batterieelektrischer RAM als zentrales Ergebnis, ökologisch mit dem Hochgeschwindigkeitsverkehr auf der Schiene zu konkurrieren oder diesen sogar zu übertreffen.
Die Interviews mit den Flughäfen stützen diese Ergebnisse und zeigen die Offenheit zur Aufnahme elektrischer Flugzeuge sowie das Bestreben, sich zu nachhaltigen Energiezentren zu entwickeln, um neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Gleichzeitig werden die Kapazität des Stromnetzes und der Transformatoren, erneuerbare Energien vor Ort und Batteriespeicher als zentrale Herausforderungen und Chancen identifiziert. Insgesamt erweisen sich erneuerbar betriebene Ladeinfrastruktur und die energetische Bereitschaft der Flughäfen – neben technischen, regulatorischen und infrastrukturellen Lebenszyklusaspekten – als wesentliche Enabler für ökologisch überlegene und skalier-bare batterieelektrische RAM-Operationen.

Treibhausgasemissionen pro Lebenszyklusphase

Die Emissionen werden von der Nutzungsphase dominiert, gefolgt von Rohstoffgewinnung und -verarbeitung. Der Einsatz erneuerbaren Stroms (z. B. 100 % Photovoltaik) kann die gesamten Treibhausgasemissionen unter Annahme des projizierten deutschen Strommixes 2030 (GEM) um bis zu einen Faktor 7 reduzieren, während eine Batterieproduktion auf Basis recycelter Materialien den Fußabdruck um bis zu 17 % senken kann.

Betriebsmuster haben einen starken Einfluss auf die Nachhaltigkeit

Variation der Treibhausgasemissionen in Abhängigkeit von Reisezeit, Distanz und Auslastungsgrad für ein repräsentatives batterieelektrisches Flugzeugkonzept, die Zielkonflikte zwischen Reisezeit und Umweltperformance verdeutlicht sowie den ausgleichenden Effekt höherer Auslastungsgrade zeigt.

Das zugrunde liegende Vorhaben wurde mit den Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unter dem Förderkennzeichen HAM-2208-0029 gefördert.